Portrait
von Barbara Peter Grossenbacher

Nach dem Medizin Studium übte ich während fast 20 Jahren meinen Beruf aus. Während der Facharztausbildung hatte ich Gelegenheit einige Zeit in Paraguay in einem Entwicklungsprojekt als Ärztin zu arbeiten. Dabei lernte ich dieses Land, seine Bevölkerung und sein spezielles Kunsthandwerk mit Herz und Seele kennen.

Später kehrte ich zurück und erlernte die Herstellung der Ñandutí im Instituto nacional de artesanía in Itauguá. Vor einiger Zeit suchte ich eine neue berufliche Herausforderung. Um meiner Fantasie und handwerklichen Begabung gerecht zu werden, bot die Freiämter Strohkunst mit ihrer sorgfältigen, filigranen Verarbeitung des natürlichen Materials, dem Stroh, eine erste Möglichkeit; andererseits konnte ich mit der Herstellung von Ñandutí mein Verlangen nach Farb- und Formkombinationen stillen. Die beiden Kunstrichtungen führte ich zusammen. So entstand, was ich Strohñandutí nenne: Eine Kombination von hellem, zum Teil gebleichtem Stroh mit Freiämter Motiven und dunklem Rosshaar zu Schnüerli gedreht in der Technik des Ñandutí.